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Cover von „Geheime Wahlen“

Ein Buch bei Eselsohr

Geheime Wahlen

Manjushree Thapa

ein Roman aus Nepal

Erschienen
2007
Seiten
478
Verlag
Ed. Kathmandu

Klappentext

Freiheit und Gleichheit – das sind die großen Themen des Romans. Die Autorin entdeckt sie in den Lebenswegen kleiner Leute. Rishi, ungefähr dreißig Jahre alt, Master-Abschluß, ist in der Großstadt Kathmandu ein Zugereister ohne Beziehungen, der sich mehr schlecht als recht mit Nachhilfestunden in Geschichte durchschlägt. Entwurzelt und perspektivlos kehrt er zur Kommunistischen Partei (UML) und in seine Heimatstadt zurück, wo er im dräuenden Wahlkampf eine konkurrierende Partei ausspionieren soll. Dort, in einer durchschnittlichen nepalischen Fernstraßen-Kleinstadt, versucht die junge Witwe Binita, sich mit einem früh verstümmelten Leben am Rande der Gesellschaft abzufinden. Denn um sich, ihre kleine Tochter und eine Cousine zu ernähren, betreibt sie selbständig einen Teeladen, statt sich in der Familie ihres toten Mannes dem moralischen Urteil der Schwiegertante und dem Mißbrauch durch ihren Schwiegeronkel zu unterwerfen. So wie Rishi und Binita besitzen in Nepals Demokratie nach 1990 sehr viele Menschen zwar abstrakte Rechte, doch hindern sie Armut, gesellschaftliche Schranken und korrupte Machthaber daran, sie auch auszuleben. 'Freiheit und Gleichheit, Gleichheit und Freiheit' – das sind auch die Leitideale der 'Volks-Partei' oder, ihrem Wahlsymbol nach, 'Teetassenpartei'. Als ihr Kandidat für das Nationalparlament kehrt auch ein bekannter ehemaliger Kinoheld – Binitas Schwager – aus der Hauptstadt in seine Heimat zurück. Im Kampf der Parteien um den Wahlkreis spiegeln sich die praktischen Probleme der nepalischen Demokratie. Stimmenkauf, Wählererpressung und schließlich der Raub der Wahlurnen sind nur einige Gipfel dieses Gebirges. Der Widerspruch zwischen Idealen und Praxis durchzieht auch die Volks-Partei. Während ihr Kandidat mit fast unglaublicher Integrität demokratische Prinzipien einfordert, tut ihr alkoholkranker Wahlkreisvorsitzender Giridhar das einzige, worin er sich noch beweisen kann: In Hinterzimmern besticht und betrügt er für den Sieg wie alle anderen Parteien. Der regionale Wahlkampf bildet den großen Spannungsbogen, unter dem ein Panorama kleinerer Geschichten Platz findet: Die still keimende, sittenwidrige Liebe zwischen Rishi und Binita. Giridhars Kampf und Niederlage gegen die Alkoholsucht. Oder wie sich sein Schulfreund Om, der mit ganzen Herzen versucht, die Menschen und besonders Giridhar zu lieben, schließlich trotzdem verletzt von ihm abwendet. Ein vernachlässigter Teenager hingegen, den Om in seine Familie aufnimmt, findet durch Nahrung und Elternliebe zu Körper- und Seelenkraft. Sein früherer Schwarm, Binitas jugendliche Cousine, entdeckt in dieser Zeit, daß sie vielleicht doch nicht gut, ehrlich und dumm sein möchte, wie es die Moral ihrer Dorfkindheit vorsieht, sondern vor allem frei. Ein maoistischer Cousin benutzt Oms Pflegesohn schließlich, um im Parteibüro eine Dampfdrucktopfbombe zu zünden, und verschwindet danach endgültig 'unter der Erde'. Die Romanhandlung erstreckt sich über ein halbes Jahr, von de...

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